Ressorts.
Sechs ständige Felder, in denen wir kontinuierlich publizieren — vom kurzen Essay bis zur Re-Lektüre.
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Beobachtung
Das Kernressort des Hefts. Hier erscheinen Kurzessays über einzelne Alltagsphänomene — die Beleuchtung in einem Supermarkt, das Schmettern einer Werkstatt-Tür, die Verwitterung eines Gartenpfostens, der Geruch eines Linoleum-Bodens am Morgen. Wir folgen darin der deutschen Feuilleton-Essay-Tradition: nicht das Spektakuläre, sondern das Naheliegende — geschrieben mit der Geduld, ihm seine Eigentümlichkeit zu lassen. Zehn bis fünfzehn Minuten Lesezeit pro Text.
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Saisonkalender
Das Almanach-Ressort. Jeden Monat eine Notiz zur natürlichen und kulturellen Saison: die Robinienblüte in der Stadt, das gelbe Licht im September, die ersten Kerzen im November, das letzte Mal Geräusch in der zweiten Januarwoche, wenn alle Weihnachtsbäume eingesammelt sind. Wir halten den Kalender bewusst klein — kein Festkalender, kein Brauchtums-Lexikon — und benutzen ihn, um an etwas zu erinnern, was sonst unbemerkt vorbeizieht.
→ - iii
Werkstatt
Texte über Handwerk und Reparatur, über Werkzeuge und ihr Verhalten. Was ein Hobel über die Hand seiner Benutzerin lernt, warum ein gut geschärftes Stechbeisel zwischen Holz und Stein steht, wie ein Stuhl repariert wird, dem ein Bein abgebrochen ist. Auch Essays über die zeitliche Dimension von Werkarbeit — warum manche Reparatur länger dauert als der Neukauf des Ersatzes, und warum das nicht das Argument gegen Reparatur ist, das es zu sein scheint.
→ - iv
Stadt & Land
Das Ressort, das ins Topographische zielt. Vororte, Provinz-Hauptstraßen, Innenstadt-Brachen, die Landstraßen zwischen Brandenburger Dörfern, Berliner Hinterhöfe, Hamburger Schleusen, der Marktplatz einer schwäbischen Kleinstadt am Mittwochnachmittag. Wir behandeln deutsche Wohn- und Bewegungsräume als Gegenstand der Aufmerksamkeit — ohne ironische Distanz, aber auch ohne sentimentale Beschwörung. Beobachtung statt Diagnose.
→ - v
Erinnerung
Essays, die einen Schritt in die Vergangenheit machen — biografisch (eine zurückblickende Notiz an die Großeltern-Küche) oder kulturhistorisch (was die Postkarte als Form über das 20. Jahrhundert verrät). Wir vermeiden den elegischen Ton. Erinnerung ist hier kein Trauerton, sondern eine Erkenntnisform: was im Rückblick lesbar wird, was die Gegenwart über sich selbst nicht weiß. Persönliche Texte können hier stehen, aber nicht in der ersten Person als Verkleidung von Allgemeinem.
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Lektüre
Das Ressort, in dem wir lesen lassen. Re-Reads klassischer Essays (Robert Walser, Walter Benjamin, Marie Luise Kaschnitz, Botho Strauß, neuerdings Hanns Zischler und Esther Kinsky), Rezensionen zeitgenössischer Sachbücher und Essaybände, Werkbetrachtungen einzelner Autoren. Auch gelegentlich Gedichte, kurz besprochen. Keine Verleger-PR, keine Listicles, keine Bestseller-Pflicht — sondern was uns selbst gerade beim Lesen begegnet.
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